Verkehrssanierung Burgdorf-Oberburg-Hasle «Emmentalwärts»

Verkehrsituation Emmental

Die Emmentalerinnen und Emmentaler leiden: 20 000 Fahrzeuge sind viel zu viele

Das Emmental leidet seit rund 50 Jahren unter der grossen Verkehrsbelastung. Rund 20 000 Fahrzeuge durchqueren heute täglich Burgdorf, Oberburg und Hasle. Die Sicherheitsverhältnisse im Langsamverkehr mit Schulkindern, Velofahrenden und Fussgänger*innen sind äusserst prekär.

Der Öffentliche Verkehr ist stark beeinträchtigt

Seit Jahren kommt es in Hasle, Oberburg und Burgdorf täglich zu umwelt- und klimaschädlichen Staus. Diese führen zu grossen Einschränkungen im ÖV: Busse können ihre Fahrpläne nicht einhalten, Pendler und Reisende verpassen ihre Zuganschlüsse und wer zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist, wird auf Umwege verdrängt oder muss mit Wartezeiten rechnen.

 

Lärm und Luftverschmutzung führen zu schlechter Aufenthalts- und Wohnqualität, was die Siedlungsentwicklung hemmt.

 

Das Projekt nimmt Rücksicht auf Siedlung und Landschaft und stärkt den Wirtschaftsraum Emmental. Es ist Teil der kantonalen Gesamtmobilitätsstrategie und fördert gemischte Mobilitätsformen.

Ein Ja zum Wirtschaftsstandort

Betroffen vom Verkehrschaos ist auch das lokale Gewerbe. KMU sind auf eine funktionierende Verkehrsanbindung dringend angewiesen – heute stehen Fahrzeuge täglich im Stau. Das Emmental ist ein wichtiger Wirtschafts-, Bildungs-, Kultur- und Spitalstandort. Eine gute Erschliessung und eine gute Aufenthaltsqualität sind wichtig.

Gegen die Zersiedelung

Die Zersiedelung wird durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf kommunaler, regionaler und kantonaler Ebene wirkungsvoll in Schach gehalten. Gleichzeitig besteht mit dem Projekt ein grosses Innenentwicklungspotenzial entlang der Ortsdurchfahrten. Dadurch wird der Druck auf Einzonungen am Siedlungsrand sogar gesenkt.

Tunnellösung Oberburg anerkannt

Der Umgang mit dem Grundwasserstrom der Emme wurde im Rahmen der UVP vom Bafu – also von einer kantonsexternen Stelle – geprüft. Es liegen umfassende und fachlich anerkannt Umweltabklärungen vor, welche die Umweltverträglichkeit bestätigen.

Umsetzung

«Emmentalwärts» trägt dank des Zusammenspiels von 19 Massnahmen dem Umstand Rechnung, dass Oberburg und Hasle b.B. hauptsächlich von Durchgangsverkehr betroffen sind, während Burgdorf viel Ziel- und Quellverkehr aufweist. Als Hauptmassnahmen umfasst «Emmentalwärts» deshalb Umfahrungen für Oberburg und Hasle b.B., welche die Dörfer entlasten, sowie zwei neue Bahnunterführungen in Burgdorf, die den Verkehr verflüssigen.

Details Projekt

Massnahmen in Burgdorf

  • Ersatz der beiden Bahnübergänge Buchmatt und Spital durch Unterführungen (M3A, M3B)
  • Möglichst freie Fahrt für die Busse dank drei neuer Busspuren und Lichtsignalanlagen, die so gesteuert sind, dass Busse zügig zur nächsten Haltestelle gelangen (M1, M2, M4, M5, M6, M8, M11)
  • Verkehrsdosierungen, um den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt im Fluss zu halten (M1, M2, M4, M7, M8, M9, M10, M11).
  • Diverse Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr (M3A, M3B, M4, M8, M9)

Massnahmen in Oberburg​

  • 1500 Meter lange Umfahrung von Oberburg mit dem 1100 m langen Tunnel Oberburg (M20)
  • Verkehrsberuhigung und Umgestaltung der Ortsdurchfahrt, Tempo 30. (M12)

Massnahmen in Hasle b.B.

  • Umfahrung Hasle b.B. westlich des Bahnhofs, Wegfall des Bahnübergangs (M20)
    Umgestaltungen beim Bahnhof Hasle (M14, M15)
  • Verbesserungen des Verkehrsflusses und der Busführung beim Kreisel Biembach (M13B)
  • Verbesserungen der Verkehrssicherheit und Bushaltestellen in der Tschamerie (M13A)

Gesamtkosten und Finanzierung

Termine

2015

Erste öffentliche Mitwirkung zu den Varianten «Umfahrung» oder «Optimierung Ortsdurchfahrten»

2016

Entscheid des Regierungsrates

2019

Zweite öffentliche Mitwirkung zum Entwurf des Strassenplans

Ende 2020

Projektauflage

Januar 2022

Plangenehmigung

Juni 2022

Kreditentscheid Grosser Rat

Ab 2023

geplanter Start Bauphase

Ab 2025

geplanter Start Bauarbeiten